Der “European Workshop for Contemporary Music” (EWCM) gestaltet am 17. Juni das Abschlusskonzert des großen Kulturprojektes “Nachbarn 2.0”. Anlass für dieses Festival ist der 20. Jahrestag der Unterzeichnung des deutsch-polnischen “Nachbarschaftsvertrags”, der für Frieden, Völkerverständigung und Jugendaustausch geschlossen wurde. Genau dafür steht auch der EWCM. Die deutsche Botschaft in Warschau und das Goethe-Institut sind die Veranstalter des sechswöchigen Festivals, das moderne Nachbarschaft zwischen Polen und Deutschland in mehreren polnischen Städten zelebriert und verschiedenen Kunstformen eine spannende und zukunftsweisende Plattform bietet. Auf Einladung des Goethe-Instituts findet das Konzert am Freitag, 17. Juni 2011 um 19 Uhr in der Warschauer Philharmonie statt. Ein Komponistengespräch mit deutsch-polnischer Simultanübersetzung geht ihm tags zuvor, um 19.00 Uhr im Goethe-Institut Warschau, voraus.
Vom 11. bis 16. Juni studiert das Ensemble die Werke zeitgenössischer Musik unter der künstlerischen Leitung von Prof. Rüdiger Bohn und seinem Assistenten Daniel Huppert ein. Auf dem Konzertprogramm stehen Werke der jungen Komponistengeneration Polens und Deutschlands: Johannes Motschmann, Dariusz Przybylski und Jagoda Szmytka sowie die EZM-Komponisten Isabel Mundry und Tobias PM Schneid. Begleitend zum Konzert des Ensembles “European Workshop for Contemporary Music” findet ein Komponistengespräch mit Johannes Motschmann, Dariusz Przybylski und Jagoda Szmytka statt. Moderiert wird es von Krzysztof Kwiatkowski, Redakteur für zeitgenössische Musik in der Zeitschrift “Ruch Muzyczny”.
Konzertprogramm:
Isabel Mundry: Non mésuré – mit Louis Couperin II
Dariusz Przybylski: Inexprimable
Jagoda Szmytka: just before after point-line-seven
Tobias PM Schneid: the lonely monk’s reflections on reprocreational aspects in fractal organization II
Johannes Motschmann: Serenata
“Bei mir hat alles angefangen mit dem Instrument. Ich habe mit Klarinette angefangen, als ich sieben Jahre alt war. Also ich habe natürlich kleine Stücke gespielt, aber vor allem improvisiert…”
Jörg Widmann erzählt in diesem Porträt-Film über seine persönliche Entwicklung als Komponist und erläutert einige seiner Methoden und Ansätze beim Komponieren. Beispielhaft widmet er sich dabei den “Freien Stücken”, die auch auf seiner CD in der Edition Zeitgenössische Musik zu hören sind.
Der Film über Jörg Widmann entstammt der Reihe “Papier à Musique”, die der französische Regisseur Yan Proefrock entwickelt hat (www.papieramusique.tv). Die Produktion des Widmann-Clips entstand mit Unterstützung der Förderprojekte Zeitgenössische Musik des Deutschen Musikrats. Die verwendeten Tonbeispiele entstammen der Editions-CD Jörg Widmann (WER 6555 2).
2011 wird die CD-Reihe „Edition Zeitgenössische Musik“ (EZM) 25 Jahre alt. Aus Anlass dieses Jubiläum organisieren die Förderprojekte Zeitgenössische Musik in diesem Jahr regelmäßig Veranstaltungen und Veröffentlichungen rund um die EZM, um der Edition die ihr gebührende Aufmerksamkeit zukommen zu lassen.
Ein ganz besonderes Highlight dieser Aktionen erwartet die Konzertbesucher am Freitag, dem 27. Mai 2011, in der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland in Bonn (KAH). In deren Forum findet das alljährliche „Klingt Gut.“-Konzert von Musikrat und KAH statt, das diesmal zur Jubiläumsveranstaltung wird.
Zum feierlichen Anlass kommen illustre Gäste: Als Moderator des Abends konnte kein Geringerer als Herbert Feuerstein gewonnen werden, der zusammen mit der Kölner musikFabrik ein buntes Programm mit Werken früherer und aktueller EZM-Komponisten von Enno Poppe bis Oliver Schneller präsentieren wird.
In der Reihe „Klingt Gut.“ treffen jeweils ein prominenter Moderator und ein Spezialensemble für Zeitgenössische Musik aufeinander. Die Verbindung von anspruchsvoller Kunstmusik und unterhaltender Moderation erfreut sich nicht zuletzt beim Publikum immer größerer Beliebtheit. Mit Herbert Feuerstein führt in diesem Jahr ein echtes Urgestein der Fernsehunterhaltung mit Witz und Humor aber auch viel Sachverstand durch das Programm – genau das passende Geburtstagsgeschenk für die Edition Zeitgenössische Musik.
Alle Jahre wieder und immer wieder gerne findet sich auch die Zeitgenössische Musik des Musikrats auf der Frankfurter Musikmesse ein, um die eigenen Produkte, Projekte und Vorhaben der Öffentlichkeit zu präsentieren. Wie auch in den vergangenen Jahren können wir 2011 gefunden werden am Gemeinschaftsstand mit ConBrio in Halle 3.1 Nr C53. Vor allem Mittwoch, der 6. April lohnt einen Besuch, denn ab 15:30 Uhr wird es einen Geburtstags-Roundtable zum Thema “25 Jahre Edition Zeitgenössische Musik” geben, an dem sich unter der Moderation von nmz-Chef Theo Geißler auch Carola Bauckholt (Komponistin, EZM-Beirat), Stefan Fricke (Journalist), Martin Maria Krüger (Präsident DMR), Olaf Roßnagl (Ernst von Siemens Stiftung, “Gründungsgeschäftsführer” der EZM), Rolf W. Stoll (Schott/WERGO) und Olaf Wegener (Projektleitung Zeitgenössische Musik beim DMR) beteiligen werden.
In der „Edition Zeitgenössische Musik“ (EZM) ist im März die Porträt-CD der Komponistin Elena Mendoza erschienen. Mendoza wurde 1973 in Sevilla, Spanien, geboren und lebt und arbeitet nun seit vielen Jahren in Berlin – ihre Musik wird jedoch weit über alle Landesgrenzen hinaus geschätzt. So wurde sie 2010 in Spanien als erste Frau überhaupt mit dem Premio Nacional de Musica ausgezeichnet. Anfang 2011 erhielt sie den Musikförderpreis Salzburg.
Einen besonderen Stellenwert innerhalb ihrer Kompositionen nehmen das Musiktheater und die musikalischen Möglichkeiten von Sprache ein. So ist es nur konsequent, dass auf ihrer nun erschienenen Porträt-CD Ausschnitte aus ihrem abendfüllenden Bühnenwerk „Niebla“ im Mittelpunkt stehen. Dieses in gemeinsamer Autorschaft mit Matthias Rebstock entstandene Musiktheater basiert auf dem gleichnamigen Roman von Miguel de Unamuno und entstand 2007 als Auftragswerk des Europäischen Zentrums der Künste Hellerau und wurde seitdem in Deutschland und Spanien mit großem Erfolg aufgeführt.
Die Niebla-Szenen, die nun auf CD zu finden sind, wurden eingespielt vom Dresdner Ensemble Courage und zahlreichen Gästen unter der Leitung von Titus Engel. Quasi als Zugaben sind zusätzlich noch das Vocalstück „Fe de erratas“, interpretiert von den Neuen Vocalsolisten Stuttgart sowie die Komposition „Gramática de lo indecible“, die das ensemble recherche einspielte. Alle Werke entstanden in Kooperation mit Deutschlandradio Kultur und sind Neueinspielungen für die nun erschienene CD, die bei WERGO bezogen werden kann unter der Bestellnummer WER 65802.
Wie entsteht Neue Musik? Warum kann z.B. Wasser ein Ausgangspunkt sein, wie etwa in dem Stück „Aqua vit“? Antworten auf diese und weitere Fragen rund um das zeitgenössische Komponieren sollen ab sofort in loser Folge kurze Filmporträts bieten, in denen man den Komponisten der neu erschienenen CDs aus der Reihe Edition Zeitgenössische Musik begegnen kann.
Den Anfang macht der Berliner Komponist Oliver Schneller, dessen Porträt-CD im November 2010 erschienen ist. Sie bietet einen repräsentativen Überblick über sein bisheriges Schaffen. Wie es dagegen zur ersten Komposition überhaupt kam, aus welcher Inspiration heraus seine Stücke entstehen, welche Vorstellungen ihnen zu Grunde liegen und welche Phasen sich in seinem bisherigen Werk verfolgen lassen, darüber gibt Oliver Schneller selbst nun ausführlich Auskunft.
Soviel Rumgebastele, da mache ich auch einen Blogbeitrag draus, egal wie redundant das am Ende des Tages, des Monats, des Jahres aussehen mag. Ab sofort gibt es also auch im virtuell viertgrößen Land der Erde eine Bastion unserer kleinen aber feinen CD-Reihe, mit einem Überblick über die aktuellen und künftigen Produktionen, Bewerberinfos, Coverabbildungen aller bisherigen Veröffentlichungen uswusf.
Brandneu und cellophaniert steht sie in meinem Regal: die Porträt-CD von Saed Haddad. Den neuesten Release in der Edition Zeitgenössische Musik gibt es seit dem 2. August dieses Jahres und wenn man mich vor zwei Monaten gefragt hätte, wie der so klingt, hätte ich wohl gesagt: “anders”. Stimmt auch irgendwie. Und überrascht auch nicht besonders, denn schließlich ist Haddad der erste Komponist der Reihe, der nicht nur aus dem arabischen Kulturraum stammt, sondern alle damit verbundenen Einflüsse auch in seiner Musik verarbeitet, sie mit westlichen Traditionen kontrastiert und vereint und so zu seiner ganz eigenen Tonsprache findet. Umgesetzt wurden die Kompositionen zum größten Teil vom Ensemble Modern, ergänzt durch hochkarätige Solisten wie Noriko Kawai (Klavier) oder Ulrike Stortz (Violine). Mehr Informationen zur CD gibt es bereits auf den Seiten der EZM und zwar genau hier.
Wer noch mehr Haddad möchte, kann ihn bekommen, nämlich bei der nächsten Produktion der Reihe Abenteuer Neue Musik am 27.&28. August beim Festival PARKMUSIK Neue Ho(e)rizonte auf dem Trombacher Hof, Bad Münster am Stein. Die Pädagogin Silke Egeler-Wittmann, die Musikwissenschaftlerin Doris Kösterke und Festivalleiterin Sigune von Osten werden zusammen mit dem Komponisten einen Workshop mit den Festivalbesuchern durchführen, bei dem Haddads Musik und seine Interpretation des Verhältnisses von Orient und Okzident im Mittelpunkt stehen werden. Mehr zum Festival unter www.artpoint-th.com
Klingt gut klang gut. Mehr gibt es dazu eigentlich nicht zu sagen. Die 2010er-Ausgabe der Reihe war wirklich eine wunderschöne; und das sage ich ganz bewusst als Mitveranstalter, Mitorganisator und ohnehin prinzipieller Sympathisant. Meine Voreingenommenheit in allen Ehren: Es war wirklich gut. Das glänzend aufgelegte Ensemble Différance, bestehend aus Frank Zabel, Stefan Thomas (beide Klavier), Guido Pieper und Kersten Hanke (beide Schlagzeug) und ergänzt durch Jan-Filip Tupa und Niklas Seidl (beide Cello), spielte sich in unterschiedlichen Besetzungen durch Eigenkompositionen von Zabel und Thomas, durch die Uraufführung “Zeitspiel” von Stefan Johannes Hanke und durch die Kracher des Repertoires von Kurtag bis Kagel (der natürlich nicht fehlen darf bei einer Veranstaltung, die den Sport ja quasi im Namen trägt). Kritiken schreiben liegt mir fern, das sage ich jedesmal. Also soll sich mein schriftlicher Bericht darin ergehen, dass wir einen sehr unterhaltsamen, kreativen und inspirativen Konzertabend erleben durften. Sabine Töpperwien darf man dabei natürlich nicht vergessen, die in ihrer unnachahmlich engagierten, lustigen und interaktiven Art zu moderieren nie Langeweile aufkommen lies – und das bei zwei Stunden Programm ohne Pause. Ganz ehrlich: Da wäre ich in Witten schon am Kaffeestand gewesen. Aber echt. Zum Andenken noch Fotos:
Ein kurzer Zwischenstopp in der Bundeskunsthalle Bonn verheißt, dass das morgige “Klingt gut.”-Konzert ein wirklich schönes werden wird. Das Düsseldorfer Ensemble Différance hat ein sehr gutes Programm im Gepäck – alles tönt wie aus einem Guss und ich komme nicht umhin, mich sehr auf den Konzertabend zu freuen. Einige Probeneindrücke gibt es gleich mit dazu, einen Bericht vom Konzert dann im Anschluss. Wer noch nicht weiß, was er am 30.04. so gegen 20 Uhr tun soll, der sei hiermit auch nocheinmal herzlich eingeladen – Details zwei Blogeinträge weiter.