Und wieder nach Duisburg. Schon am zweiten Tag fühlt man sich hier gleich viel mehr zuhause. Wo wir gestern vom Bahnhof aus noch auf gut Glück Leuten mit wichtiger Aura hinterhergelaufen sind, weil “die wollen bestimmt auch dahin…”, kennen die Füße nun den Weg von alleine und wir freuen uns auf die angenehme Atmosphäre und die kostenlose Bionade.
Auch der zweite Tag der stART-Conference bietet hochkarätige Vorträge (Gerd Leonhard vorne weg) und praxisorientierte Workshops. Neben explizitem Basiswissen à la “Wie erstelle ich ein Blog?” sind es vor allem die vielen Erfahrungsberichte aus dem Alltag Web2.0 erfahrener Experten, die die Veranstaltung so lohnenswert machen. Das “cui bono?” der ganzen Sache scheint einem immer mehr einzuleuchten, und in Zukunft möchte man seine ganze Arbeits- und Freizeit in den Aufbau des größten Netzwerkes der (Kultur)Welt stecken. Dass es genau daran (Zeit) scheitern könnte, will ich zu diesem Zeitpunkt in keiner Weise gelten lassen – dieselbe wird’s zeigen. Jetzt auf jeden Fall ist die Motivation riesengroß und dank einer gelungenen stART09 die Affinität zum Medium Internet sprunghaft vermehrt.
Am Ende des Tages geht dann aber auch nichts mehr in den Kopf. Die Zuschauer der abschließenden Podiumsdiskussion dürften zahlenmäßig wohl nur noch ungefähr die Hälfte derer ausmachen, die am Morgen des ersten Tages gespannt die Grußworte verfolgt haben – irgendwann ist eben einfach Feierabend. Auf dem Weg zum Bahnhof kommen wir dann an einer Gruppe Friedensaktivisten vorbei, die selbstgedruckte Flyer mit der Aufschrift “Bundeswehr raus aus Afganistan” verteilen. Nach zwei Tagen Web2.0 kommt mir das ungemein real und konkret vor.

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