Das war also Witten 2010: Schöne Konzerte, mäßige Konzerte, recht spärliches Publikum und Sonnenschein. Unterm Strich also nicht ganz schlecht. Im Vergleich zu den Vorjahren tummelten sich in der Notenausstellung dann doch eher weniger Interessierte, was wohl nicht zuletzt daran gelegen haben dürfte, dass man sich von Wittener Seite aus dazu entschlossen hatte, am Samstag kein einziges Konzert im Saalbau stattfinden zu lassen, weshalb sich das Publikum selbstredend zwischen Schule, Museum, Kirche und Eiscafe tummelte – wer sollte es ihm verübeln.
Nun, wir waren natürlich auch dort, um die Kunde von der Edition Zeitgenössische Musik unters Volk zu bringen. Im Gepäck die Neuerscheinungen von Arnulf Herrmann und Achim Bornhöft und leider noch nicht die neueste Collection75, die kam einen Tag zu spät hier an (dazu bald mehr an dieser Stelle). Trotzdem bleiben viele schöne Erinnerungen an die Provinz am Ruhrgebiet: All die netten Kollegen von Verlagen, Ensembles, Verbänden etc., das Konzert mit dem ensemble recherche in der Steiner-Schule, Cerhas Chansons, Döner am Bahnhof und der volltrunkene Fußballfan im ClubWitten (merke: in Witten wird auch im Club bestuhlreiht und nicht geredet – aber das konnte der arme Mann natürlich nicht wissen, als ihn ein resoluter Herr mit TheoWeigelAugenbrauen schnurstracks vor die Tür setzen wollte, und da komm nochmal einer mit “in der Kunst ist immer alles friedefreudeeierkuchen und so…”). Draußen vor der Tür (vorm Club) war’s dann erstaunlich kalt und so ward recht schnell aus Abend und Morgen ein neuer Tag. Aufs nächste Mal freue ich mich wie immer sehr.

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