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NEU: Porträt-CD Ondřej Adámek

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Reich an Klangfarben, energiegeladen und zugleich fein und immer wieder neu ausgeformt ist die Musik des in Berlin lebenden Komponisten Ondřej Adámek, die auf dieser Porträt-CD und -DVD zu hören ist.
Der aus Prag stammende Künstler bezieht die Inspiration für seine Werke u.a. aus den spezifischen musikalischen und kulturellen Phänomenen anderer Länder und Kontinente wie Afrika, Spanien, Japan und Indien, die er während längerer Aufenthalte erkundete und später in Kompositionen wie Nôise und Karakuri verarbeitete. Daneben spielt Sprache, vor allem ihre phonetischen und geräuschhaften Qualitäten, bei Adámek eine zentrale Rolle. In den drei Chorstücken der Porträt-CD Polednice, Körper und Seele und Kameny werden der Sprachrhythmus sowie die Klangfarben der Vokale und Konsonanten zum strukturbildenden Prinzip.

Adámeks früh ausgeprägte Leidenschaft für technische Basteleien und alles Mechanische kommt ihm auch auf seiner Suche nach neuen Klängen zugute: Für Körper und Seele entwickelte er in jahrelanger experimenteller Arbeit die ‚Airmachine‘, ein rein mechanisch funktionierendes Instrument aus Partytröten, Hupen, Handschuhen und anderen aufblasbaren Gegenständen, das Geräusche erzeugt, die verblüffenderweise sehr menschlich klingen und dabei in enger Beziehung zu Arbeiten seines bevorzugten Textdichters Sjón stehen.

Booklet-Autor Bernd Künzig versteht Adámeks Musik als eine sprachliche und musikalische ‚Bricolage‘: „Nahezu durch das gesamte Werk des Komponisten ziehen sich Mischformen, in denen das Natürliche mit dem künstlich Mechanischen, konkrete Rituale mit Abstraktion, verschiedene Sprachen, auch Klangsprachen miteinander konfrontiert werden und eine schließlich eigene Mixtur erzeugt wird.“

Die Interpreten, darunter das Ensemble intercontemporain, das SWR Vokalensemble Stuttgart und das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin, sind bei Adámeks Werken so gut wie immer aufgefordert, über die Grenzen ihres eigenen Instruments oder ihrer Stimme hinauszugehen: Bei den Chorstücken arbeiten die Sängerinnen und Sänger mit Pfeifen, Sirenen, Schlagzeug und anderen Geräuschobjekten; bei Dusty Rusty Hush agiert das gesamte Orchester wie eine große Maschine, stampft, ächzt und kreischt und erweckt damit ein stillgelegtes brandenburgisches Stahlwerk wieder zum Leben.

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Posted in Aufgefallen, Edition Zeitgenössische Musik.



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